Disney: der Filmriese und sein Imperium

Die Geschichte von Disney

Die Anfänge

Gegründet wurde das Unternehmen 1923 von zwei Brüdern, die damals noch niemand kannte: Roy O. Disney und Walter Elias Disney. Ihr Ziel war es, Kurzfilme mit dem Titel „Alice Comedies“ zu produzieren. Nach einigen Rückschlägen und dem Verlust ihres ersten Projekts erschuf Walt mit Hilfe eines Zeichners die Figur, die ihm den Durchbruch bringen sollte und bis heute das Wahrzeichen der Marke ist: die weltberühmte Micky Maus. Ihr erster Kurzfilm kam 1928 heraus und war eine Revolution, denn Ton und Animation liefen zum ersten Mal synchron. Erst 1937 brachte Disney seinen ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm in die Kinos: Schneewittchen und die sieben Zwerge.

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Die ersten Schritte über das Kino hinaus

Mitte der 1950er Jahre begann Disney, sein Geschäft zu erweitern, zunächst mit der Eroberung des Fernsehens durch Serien wie Zorro oder The Mickey Mouse Club. Und wer denkt bei Disney nicht sofort an die Freizeitparks? Der erste öffnete 1955 in Anaheim, Kalifornien. Der legendärste aber wurde 1971 in Orlando von Roy O. Disney eröffnet, fünf Jahre nach dem Tod seines Bruders Walt.

Schwierige Jahre vor dem Neuanfang

Die Zeit nach Walt Disney war für das Unternehmen besonders hart: Es fehlte der Mentor und Visionär. Rund zehn Jahre später, Anfang der 1980er Jahre, zeichnete sich ein Neuanfang ab. Der Fernsehsender „Disney Channel“ wurde gegründet, um die zahlreichen Spiel- und Kurzfilme sowie ältere Fernsehproduktionen wie Winnie Puuh erneut auszustrahlen. 1982 folgte ein zweiter Park im Resort von Florida, ein Jahr später der Park in Japan.

Walt Disney und Micky Maus Hand in Hand

Neuanfang durch Diversifizierung

Der Beginn eines Imperiums

Von nun an war der Riese Disney nicht mehr aufzuhalten. Fernsehen und vor allem Sport mit dem Sender ESPN, Theater und Musicals mit Walt Disney Theatrical Productions, und sogar Kreuzfahrten mit der Disney Magic, dem ersten Schiff des Konzerns, das heute Themenreisen bis zu einer firmeneigenen Privatinsel anbietet. Dabei verlor Disney seine Kerngeschäfte nie aus den Augen: Kinoerfolge wie Der König der Löwen, Aladdin oder Die Schöne und das Biest, neue Freizeitparks und schließlich die Eröffnung des ersten europäischen Parks der amerikanischen Marke, Euro Disneyland vor den Toren von Paris.

Das Imperium schlägt dort zurück, wo man es nicht erwartet

Disney ist ein Imperium, das auch dort auftaucht, wo man es nicht unbedingt vermutet. Wer hätte gedacht, dass Disney 2006 Mini-Tomaten in den Carrefour-Supermärkten in Frankreich oder Bananen in den Tesco-Filialen in England verkaufen würde, 2003 eine Visa-Kreditkarte herausbrachte oder mit Disney Mobile einen virtuellen Mobilfunkanbieter in Japan betreibt? Im Laufe der Jahre hat Disney ein weit verzweigtes Imperium aufgebaut, das weit über das Kino hinausreicht und fast alle Formen der Unterhaltung umfasst, die wir kennen.

Weltkarte mit den Währungen der Welt

Wachstum durch Übernahmen

Ein neuer starker Mann an der Spitze

Nach einigen Turbulenzen rund um eine mögliche Übernahme von Disney musste der frühere Konzernchef Michael Eisner gehen. Sein Nachfolger sollte Disney nach Jahren intensiver Diversifizierung wieder auf Kurs bringen: Robert Iger, ein langjähriger Freund von Steve Jobs. Fast 15 Jahre lang (2005 bis 2020) war er der Mann der Neuordnung, vor allem aber der Mann der Übernahmen, mit denen das amerikanische Unternehmen die Herzen von Groß und Klein zurückeroberte.

Große Übernahmen

Als Erstes bekam Pixar den Appetit des neuen Chefs zu spüren, das Animationsstudio, das mehrheitlich Steve Jobs gehörte. Anfang 2006 übernahm Disney Pixar in einem Aktiengeschäft für rund 7,4 Milliarden Dollar. Drei Jahre später folgte Marvel, beflügelt vom Erfolg von Iron Man, für rund 4 Milliarden Dollar. Mit der Übernahme von Lucasfilm und all seinen Tochterfirmen, ebenfalls für rund 4 Milliarden Dollar, sicherte sich Disney schließlich die Lizenz für Star Wars Geschenke und Filme, die Generationen begeistern.

Die Rückkehr der Disney Stores

Zu Beginn des neuen Jahrtausends wurden die Disney Stores, die Hochburgen für Fanartikel, je nach Land an verschiedene Unternehmen verkauft. Gegen Ende des ersten Jahrzehnts entschied sich Robert Iger, die Disney Stores zurückzukaufen, um die Rentabilität der verschiedenen Konzernbereiche zu steigern, und gab diesen mehr Unabhängigkeit und Freiheit in ihrer Zusammenarbeit. Heute gehört Disney zu den größten Unterhaltungskonzernen der Welt, mit einem Umsatz von rund 65 Milliarden Dollar im Jahr 2020.

Das Disney-Imperium auf einen Blick

Infografik des Disney-Imperiums nach der Übernahme von Fox, Marvel und Pixar